Hamburger Speicherstadt

Speicherstadt, Hamburg, Deutschland

Die Hamburger Speicherstadt

Im Hamburger Hafen, zwischen Baumwall und Deichtorhallen gelegen, befindet sich die malerische Hamburger Speicherstadt. Dieser weltweit größte zusammenhängende Lagerhauskomplex erstreckt sich über eine Fläche von rund 26 Hektar und wurde gemeinsam mit dem angrenzenden Kontorhausviertel 2015 in das UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen. Seit 1991 steht die historische Speicherstadt unter Denkmalschutz. Ihre Architektur ist geprägt von Backsteingotik im wilhelminischem Stil der Gründerzeit und hierfür charakteristischen zahllosen Erkern, Türmchen und Giebeln. Die stattlichen Lagerhäuser reihen sich entlang schmaler Kanäle und haben auf je einer Seite Zugang zum Wasser (Fleet) oder zur Straße.

Historisches

Im Jahr 1871 wurde Hamburg Teil des Deutschen Kaiserreichs, war jedoch vorerst Zollausschlussgebiet, wurde also zolltechnisch vom Kaiserreich ausgeschlossen. Dieser Status wurde 1881 im Rahmen eines Zollanschlussvertrags geändert. Auf dem Gebiet des hierfür geplanten Freihafens sollten weder Zollabgaben noch Einfuhrumsatzsteuern gezahlt werden müssen. Im Zuge des großen Freihafenprojektes mussten ab 1883 rund 1.100 Häuser auf dem heutigen Speicherstadtgebiet abgerissen und etwa 24.000 Menschen umgesiedelt werden. Auf dem Fundament von tausenden Eichenpfählen wurde mit dem Bau des Lagerhauskomplexes begonnen. Bereits am 29.Oktober 1888 – dem sogenannten „Kaisertag“ – wurde die Speicherstadt von Kaiser Wilhelm II. offiziell eingeweiht. Tatsächlich fertiggestellt war zu diesem Zeitpunkt jedoch nur der erste Bauabschnitt. Nach weiteren Jahren und einem Baustopp aufgrund des ersten Weltkriegs konnte sie schließlich im Jahr 1927 fertiggestellt werden. Fortan wurden in den geräumigen Lagerhallen hochwertige Waren wie Kaffee, Tee, Gewürze, Kakao oder Tabak gelagert. Im zweiten Weltkrieg wurde während der „Operation Gomorrha“ der westliche Teil des Areals zerbombt. Der Wiederaufbau dauerte bis zum Jahre 1967 an. Am 1. Januar 2013 wurde der historische Freihafen aufgelöst. Verwaltungsrechtlich zählt die Hamburger Speicherstadt heute, gemeinsam mit dem Großen Grasbrook, zur HafenCity in Hamburg Mitte.

Das Areal heute

In den historischen Gemäuern haben sich heute zahllose Betriebe, Museen oder Restaurants angesiedelt. Einen erheblichen Teil von etwa 20 Prozent Lagerfläche nimmt unter anderem auch das größte Orientteppichlager der Welt ein. Die außergewöhnlichen Räumlichkeiten beherbergen zudem eine Vielzahl von Kreativen und Künstlerateliers.

Sehenswertes

Um das weitläufige Gebiet kennenzulernen, ist es empfehlenswert, sich der Speicherstadt zunächst vom Wasser aus zu nähern. Bei geeigneter Tide kann man mit historischen Barkassen die schmalen Kanäle entlangfahren und die imposanten Backsteingemäuer von außen bewundern. Eine Rundfahrt startet meist von den Landungsbrücken und ist mehrmals täglich möglich. Besonders eindrucksvoll erscheint eine solche Tour bei Dämmerung. Hier werden die roten Backsteingebäude von mehreren hundert Scheinwerfern in magisches Licht getaucht und spiegeln sich auf der Wasseroberfläche. Informationen über Historie und Architektur des Areals, sowie über das Leben der damaligen Arbeiter kann man mit einem Besuch im Speicherstadtmuseum erhalten. Die Geschichte von Zoll und Schmuggel kann man sich im Deutschen Zollmuseum zu Gemüte führen. Besonders spannend ist auch das Internationale Maritime Museum im Kaispeicher B. Auf 9 Decks erwarten den Besucher über 3000 Jahre Schifffahrtsgeschichte und die spannende Welt der Meeresforschung. Passend zur Historie des alten Handelsareals befindet sich in den Lagerhäusern auch das Gewürzmuseum „Spicy’s“. Auf 350 Quadratmetern darf in sich durch die Welt der Gewürze geschnuppert, gefühlt und ausprobiert werden.
Die Hamburger Speicherstadt ist einmalig in Historie und Architektur und sollte bei einem Besuch in Hamburg auf keinen Fall fehlen.

Bilder von Tony Webster und Marcus Pink über Flickr mit CC BY 2.0 Lizenz

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