Bamberger Dom St. Peter und St. Georg

Domplatz 5, 96049, Bamberg, Deutschland

Website

09 51 / 502-2512

Der in den Jahren 1004 bis 1012 erstmals im romanischen Stil auf dem bereits in der Bronzezeit vor 3.000 Jahren besiedelten Domberg errichtete Bamberger Dom St. Peter und St. Georg ist einer der sieben deutschen Kaiserdome und mit seinen 76 Meter hohen Osttürmen bzw. 74 Meter hohen Westtürmen das beherrschende Bauwerk des von der UNESCO gelisteten Weltkulturerbes Bamberger Altstadt. Berühmt ist der heutige, ab 1200 neu erbaute und im Jahr 1237 geweihte Dom vor allem für das imposante Denkmal des zwischen 1225 und 1237 geschaffenen Bamberger Reiters, bei dem aber weder über den Bildhauer noch den Dargestellten Klarheit herrscht. Wissenschaftliche Gewissheit existiert hingegen bezüglich der Grabstätte des einzigen heiliggesprochenen Kaiserpaars Heinrich II. und Kunigunde im Dom, das marmorne Hochgrab wurde von 1499 bis 1513 von Tilman Riemenschneider geschaffen und befindet sich seit 1971 im Mittelschiff. Auch das einzige Papstgrab nördlich der Alpen und in Deutschland liegt im Bamberger Dom in Oberfranken, hier ruht seit ca. 1050 der damalige deutsche Papst Clemens II.

Neben der prachtvollen Innenausstattung des Domes sind auch dessen vier detailliert gestaltete Hauptportale sehr eindrucksvoll, so präsentiert sich etwa das Fürstenportal am nördlichen Seitenschiff aus dem 13. Jahrhundert mit 11 filigranen Säulen samt Aposteln und Propheten, der Weltgerichtsdarstellung im Rundbogen und den beiden allegorischen Figuren Ecclesia und Synagoge für das Christentum und Judentum. Die Adamspforte („Rote Türe“) als ältestes Portal war bis 1937 von den heute im Lapidarium aufbewahrten sechs Figuren des heiligen Stephanus, der einstigen Kaiserin Kunigunde und Heinrich, dem Bistumsgründer in Bamberg, auf der rechten Seite und vom ersten Papst Petrus sowie von Adam und Eva auf der linken Seite geschmückt. Unter dem Adamsportal mussten einst Ehebrecherinnen in Trauerkleidern mit Kerze in der Hand und Strohkranz auf dem Kopf Buße tun, während sie von Kirchgängern mit faulem Obst beworfen wurden. Die Gnaden- oder Marienpforte wurde früher nur an Festtagen genutzt, auch sie ist mit Skulpturen der Bistumsgründer Heinrich II. und Kunigunde, den Dompatronen Petrus und Georg sowie zwei Bauherren geschmückt. Die wenig dekorierte Veitspforte dient heute als ein nur während der Gottesdienstzeiten geöffneter Nebeneingang.

Eine der kunstgeschichtlichen Attraktionen im Bamberger Dom ist der um das Jahr 1510 geschaffene spätgotische Kirchgattendorfer Altar, der sich jedoch erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Bamberg befindet. Ursprünglich diente er in dem Ortsteil von Gattendorf im heutigen Landkreis Hof in Oberfranken als Zelebrationsaltar, wurde jedoch dann in den Kellerräumen dort aufbewahrt. Heute steht er gegenüber vom Domreiter, fast lebensgroße Skulpturen Marias, der Heiligen Katharina von Alexandrien und Barbaras von Nikomedien zeichnen das Kunstwerk aus. Während die mit kostbaren Edelsteinen verzierte Lilienkrone des Bamberger Bistumsgründers Heinrichs II. aus dem 13. Jahrhunderts heute in der Schatzkammer der Residenz in München aufbewahrt wird, kann man im sehenswerten Diözesanmuseum Bamberg bis heute dessen Sternenmantel als bedeutendes Beispiel mittelalterlicher Textilkunst bewundern. Das im Jahr 1966 in den Räumen des früheren Kapitelhauses eröffnete Diözesanmuseum besitzt mit dem Domschatz und diversen hochmittelalterlichen Sakralgewändern wie dem festlichen Ornat von Papst Clemens II. einige seltene Exponate. Mit dem historischen Gebäudekomplex der Alten Hofhaltung aus dem 15. Jahrhundert und der gleichermaßen denkmalgeschützten Neuen Residenz der Bamberger Fürstbischöfe aus dem 17. Jahrhundert befinden sich direkt am Domplatz zwei weitere Gebäude, die zum Weltkulturerbe der UNESCO in Bamberg gehören.

Bilder von Allie_Caulfield , Allie_Caulfield und Allie_Caulfield

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